Für den Fall, dass Du in die Situation kommst, in der das Wörtchen „Nein“ angebracht wäre und Du es irgendwie nicht rauskriegst, habe ich hier noch ein paar Mutmach-Tipps für Dich.
Sollte es beim ersten Mal nicht klappen, dann bliebe weiter dran, die nächste Situation kommt bestimmt.

TIPP 1:

Sag NEIN und keiner bekommt es mit …

Wenn es nicht möglich ist ein „Nein“ offen auszusprechen, dann hilft es sehr gut, wenn Du es erstmal zu Dir selbst sagst, einfach um Druck aus der ganzen Situation zu nehmen.
Dazu ein Beispiel von mir selbst.
Wie Du von meiner Webseite weißt, bin ich gelernte Zahnarzthelferin. Mein damaliger Chef war jetzt nicht so der diplomatischste. Ganz im Gegenteil, Brüllerei war an der Tagesordnung. So, jetzt stell Dir die Situation mal bildlich vor. Du bist 16 Jahre alt und bist happy, dass Du einen tollen Ausbildungsplatz bekommen hast und auch schon weißt, dass Du hier alles lernen wirst, dass Du jemals als Zahnarzthelferin gebrauchen kannst, weil in dieser Praxis alles gemacht wird und dann das. Es war gelinde gesagt eine sehr herbe Enttäuschung. Egal welcher Tag, egal welches Wetter, egal welche Uhrzeit, egal ob Du wirklich etwas falsch gemacht hattest oder nicht, Du wurdest einfach immer angebrüllt. Die anderen natürlich auch, denn der klassische Choleriker unterschiedet nicht, der reagiert einfach immer emotional verkrüppelt. Jetzt musst Du wissen, dass in der Zeit in der ich ausgebildet wurde, in den 80igern, ein Abbruch der „Lehre“, nicht so einfach war. So etwas wurde damals noch vielfach als ein Makel im Lebenslauf angesehen und auch als instabil hingestellt, wenn einer die Lehre abbrach. Und das wollte ich mehrmals, denn es war ätzend. Ich musste meine Ausbildung beenden und was blieb mir anderes übrig, als irgendeine Taktik zu entwickeln mit der ich es schaffen könnte 3 Jahre Ausbildung zu überstehen.

„Mit dem Tag der mündlichen Prüfung verlasse ich diese Praxis.“

Das war mein Satz, mein „Mantra“ oder wie auch immer man es bezeichnen möge, mit dem ich das geschafft habe. So habe ich es dann auch gemacht. Der Tag an dem ich meine mündliche Prüfung abgelegt habe, war mein letzter Tag in dieser Praxis.

Wie war der Trick?

Da ich der Situation nicht ausweichen konnte, musste ich dadurch und habe mir diesen Satz innerlich immer wieder gesagt. Jeden Tag an dem ich dahin musste. Es gab ja auch noch das Wochenende und die Berufsschultage, also es gab schon „Schlupflöcher“. Außerdem habe ich in dieser Zeit eine Menge Sport gemacht, ich war 4 x die Woche sportlich unterwegs und natürlich von Donnerstag bis Sonntag auf der „Piste“, damals in meiner Lieblingsdisco, um abzutanzen.

Innere Distanz aufbauen, dass war der Schlüssel mit ich es geschafft habe.

Mit Fortschreiten der Ausbildung verringerte sich dann zunehmend die Zeit die ich noch vor mir hatte, was mich zum Teil in Hochstimmung versetzte und mir zusätzlichen Auftrieb gab es meinem Chef mal so richtig zu zeigen, was für einen Lehrling er in Kürze verlieren würde. Ich gab richtig Gummi und immer wenn er wieder einen Ausraster hatte, dann strengte ich mich besonders an. Der Knaller kam dann auch ganz am Schluss, als er bei meiner Verabschiedung sagte, ich wäre sein bester Azubi gewesen, den er bislang gehabt hätte …Tja, Pech gehabt. Ich hätte ja auch bleiben können. An diesem Tag habe ich mich wie ein König gefühlt. Ich hatte es geschafft, eine gute Prüfung hingekriegt und dem „Alten“ mal so richtig einen eingeschenkt.

Mit dieser Taktik gelingt es Dir, dass Du Dich selbst schützen kannst ohne dass Du ein Schlachtfeld betreten musst. Das kostet viel zu viel Kraft, die Du für nettere Dinge verwenden kannst.

Tipp 2:

Sag NEIN und beobachte Dein Gegenüber, es gibt eine Achillesferse …

Ein weiteres Beispiel aus meinem Arbeitsleben, dass sich sehr gut eignet bezieht sich auf eine Taktik, mit der es Dir gelingt mit einem Vorgesetzten oder Kollegen  zusammen zu arbeiten, der Dir sowieso schon unsympathisch ist und der dann auch noch andauernd versucht Dich nieder zu machen. Gemeint sind in dem Fall natürlich auch alle weiblichen Spezies, die gibt’s davon ja auch …
Los geht’s. Wenn Du so einen Vorgesetzten oder Kollegen hast, der immer den Chef  oder „Gelehrten“ rauskehren und Dir zeigen muss wie unglaublich großartig er ist und Dir damit gleichzeitig vermitteln will, wie unglaublich „klein, unwissend, dumm und amateurhaft“ Du doch bist, dann lehne Dich in Zukunft entspannt zurück, denn das ist Deine Zeit.

Wie meine ich das jetzt? Gehe raus, aus der Opferrolle!

Gehe in die Beobachterperspektive, so wie ein Förster der auf dem Hochsitz sitzt und von dort aus mit dem Fernglas Rehe beobachtet. Stell das Objektiv ganz scharf und schau ganz genau hin und es wird Dir etwas ganz Bestimmtes auffallen.

Kurz noch vorab: Wenn es Dir gelingt Deine Emotionen im Zaum zu halten, sprich nicht zu platzen, was dem Anderen immer wieder einen „Sieg“ einbringt, dann verunsicherst Du ihn erstmal damit. Je ruhiger Du bleibst, umso schwerer bist Du für ihn einschätzbar. Denk dran, es geht ihm nicht um die beruflichen Dinge, es geht ihm ausschließlich darum als Sieger vom Platz zu gehen. Ich weiß, es ist schwer nicht zu explodieren, aber es lohnt sich wirklich, denn:

Er will Recht behalten – das ist seine Achillesferse!

Er wird jede Gelegenheit nutzen, um Dir aufzutischen, „…also so, wie ich gesagt habe.“ Beobachte solche Sachen zunächst und Du wirst merken sie kommen in abgewandelten Formen vor und geben Dir immer das Gefühl, dass Du eine Null bist, was überhaupt nicht stimmt!  Der zweite Schritt ist zu wissen, dass diese Spezies der Kollegen oder Vorgesetzten unheimlich darauf aus sind gut dazustehen. „Hab ich ja schon immer gesagt“, ist auch so ein Satz der Dir wieder zeigt, es geht schon wieder ums Recht haben und nicht um die Sache. Getreu dem Motto sie haben die Weisheit mit Löffeln „gefressen“, quasi selbst erfunden … Solche Zeitgenossen verfügen über einen echt großartigen Minderwertigkeitskomplex. Um Dich aber aus der Opferrolle zu befreien, wendest Du zum einen die oben genannte Taktik aus Tipp 1 an, denn eins ist klar, so eine Art Arbeitsverhältnis ist nix für die Ewigkeit und zum anderen gibt es für diese Leute nichts Schlimmeres als wenn sie zugeben müssen, dass sie falsch liegen. Das ist die Katastrophe schlechthin für diese emotional Inkompetenten. Zugeben zu müssen, dass sie einen Fehler gemacht haben, Du besser gearbeitet hast als sie es erwartet haben oder es selbst tun oder sie sich geirrt haben. Und das ist gut zu wissen: Stichwort Achillesferse!

Gehe in die Offensive, ohne ein Schlachtfeld zu eröffnen:

Diskutiere nicht.
Mit denen zu diskutieren bringt nichts. Sie werden alles dafür tun als Sieger vom Platz zu gehen. Deshalb wirst Du erst gar nicht den Platz betreten, sondern daran vorbeigehen.

Du bliebst eiskalt.
Du bist sehr, sehr freundlich, sehr zuvorkommend und extrem höflich. Sofern es sich um einen direkten Vorgesetzen handelt fordere Arbeit von ihm, dass erwartet er nicht und verunsichert ihn.

Du antwortest nicht sofort.
Du zählst bis 3 und dann antwortest Du. Sprich langsam und frage nach, ob Du das richtig verstanden hast und wiederholst dass, was von Dir erwartet wird. Dann lässt Du es Dir von ihm nochmal bestätigen. Damit nagelst Du den anderen fest und das merkt er auch. Matchball für Dich!

Mach Dir Notizen
Schreibe alles auf, was von Dir erwartet oder gefordert wird. Mit Datum, damit Du es bei Bedarf verwenden kannst. Du sicherst Dich damit ab und kannst ihn auch entlarven, wenn es darum geht, dass er wieder Recht haben muss und der Meinung ist, dass er das so nicht gesagt habe …

Sei besser und dann kratze die Kurve
Wenn Du eine Arbeit zu erledigen hast, dann fange an und übertreffe Dich selbst. Gib richtig Gummi und mache Deine Arbeit mit großem Engagement, so richtig motiviert, wie am ersten Tag – und dann kratz die Kurve.
Solche Wirkungsstätten haben Dich nicht verdient.

Die innere Kündigung ist in so einem Fall der Königsweg.

Es gibt genügend Arbeitgeber, die sich um ihre Mitarbeiter bemühen und diese wertschätzen. Ohne Mitarbeiter ist ein Unternehmen nichts wert, weil keiner die Arbeit leistet die gemacht werden muss. Suche Dir einen anderen Arbeitgeber, das ist meine ganz ehrliche Meinung. Ich musste diesen Schritt auch schon genau so machen wie ich ihn beschrieben habe, es ging nicht anders.

Ich wünsche Dir, ganz klar, dass Du niemals eine solche Taktik anwenden musst, aber ein Arbeitsleben ist lang und wenn es so passieren sollte, dass hast Du auf jeden Fall Hebel in der Hand und kannst Dich wehren. Glaub mir, es gibt ein neues Arbeitsleben und Du hast etwas Besseres verdient.

Tipp 3:

Sag NEIN und ziehe Grenzen …

Mit weit weniger Dramatik, aber wenn Du einfach gerne öfters mal die Reißleine ziehen möchtest und eine Grenze ziehen möchtest, gibt es hier noch einen Film mit einer Alternative zu dem Wort „Nein“, mit der Du üben kannst Grenzen zu ziehen, ohne ein …., na Du weiß schon. J

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Anschauen und wenn Dir der Artikel gefällt, dann teile ihn gerne und empfehle mich weiter.

Ganz viel Erfolg wünscht Dir

Deine
Claudia von Senkrechtstarter.info

 

Hier ist Dein Film:

https://youtu.be/u6yGJsqExVM